Selma Alihodžić / STUDIO MÆRZ
Zugleich Elegie und Zelebration, lädt die Rauminstallation Phantom Ornaments zu einem Gespräch über das Schweizer Textilerbe und dessen Transformation ein.
Die poetische Installation denkt die Schweizer Sticktradition neu, einst Motor der Innovation in der Textilindustrie und tragende Säule wirtschaftlichen Wohlstands. Komponiert aus Tonaufnahmen historischer Schweizer Stickmaschinen, lässt die Arbeit historische Stickerei Motive in neuer Form wiederauferstehen, immateriell, in stetiger Bewegung in Zusammenspiel mit Stickerei, Seidenstoffen und Projektionen.
Fast zweihundert Jahre, nachdem die ersten industriellen Stickmaschinen in der Schweiz in Betrieb gehen, eröffnet Selma Alihodžić einen Dialog über Schweizer Stickerei Traditionen und verwebt darin Architektur, Design und Textil: Zwischen Handwerk und Code, Geschichte und Zukunft, Stille und Wiederkehr. Phantom Ornaments würdigt eine schwindende Industrie und positioniert Stickerei zugleich als ein sich stets erneuerndes, strahlendes Medium. Als geisterhafte Fortsetzung der Kunstfertigkeit verwandelt sich Garn in Klang und Licht.
Ein räumliches Erlebnis, das Bedeutung zwischen Materiellem und Immateriellem webt. Es legt die sozialen und wirtschaftlichen Kräfte offen, die einst bahnbrechende Innovationen im Textildesign vorantrieben, und zeigt, wie sie auch heute neue Formen inspirieren können.
Die Recherche zu diesem Projekt begann während einer Künstlerresidenz bei der Textile and Design Alliance und wuchs zu einer Installation heran, die Stickerei Traditionen zwischen Europa und Asien verbindet. In Zusammenarbeit mit dem Textilmuseum St. Gallen, dem Saurer Museum Arbon und einzelnen Kunsthandwerker:innen katalogisierte sie Muster sowohl der traditionellen Handstickerei als auch der historischen Maschinenstickerei und bringt so Handwerk und neue Technologien zusammen. Aus dieser archivarischen Recherche entwickelte sie eine eigene, neue codebasierte Designsprache, um Stickerei Traditionen über Zeit und Ort hinweg zu würdigen.
Program:
10. September, 18:00
Opening
11.—27. September
Ausstellung
13. September, 14:00